Probleme mit Kesselbelägen, Korrosion in Dampferzeugern oder häufigen Stillstandzeiten?
Ein aktueller Erfahrungsbericht aus einer deutschen Papierfabrik zeigt, wie durch eine gezielte Inbetriebreinigung und die Umstellung der Wasseraufbereitung die Anlagensicherheit massiv erhöht und Betriebskosten gesenkt wurden.
Die Herausforderung: Rohrreißer durch jahrzehntelange Korrosion
In einer Papierfabrik mit zwei Eckrohrkesseln (80 bar) und einer 4 MW Dampfturbine kam es 2017 zu einem kritischen Szenario: wiederholte Rohrreißer im oberen Brennraum.
Die Ursachenanalyse war eindeutig:
- Jahrzehntelange Dosierung von Hydrazin und Ammoniak führte zu massiver Kupferkorrosion im Dampf- und Kondensatsystem.
- Extreme Belagbildung: Eine Feststoffanalyse ergab Ablagerungen bestehend aus 58% Kupferoxid (CuO) und 34% Eisenoxid.
- Hohe Metallfrachten: Im Kondensat wurden Eisenwerte von 0,36 mg/l und Kupferwerte von 0,3 mg/l gemessen.
Die Lösung: Eine Schonende Inbetriebreinigung mit FINEAMIN
Um die Anlage zu retten, wurde im Mai 2018 während eines Produktionsstillstands eine 48-stündige, wasserseitige Reinigung durchgeführt. Statt aggressiver Säuren kam das oberflächenaktive FINEAMIN 15 zum Einsatz.
Der Reinigungsprozess im Detail:
- Dosierung: 2 kg FINEAMIN 15 pro m3 Speisewasser.
- Fahrweise: Auskochen bei einem Kesseldruck von 55–60 bar.
- Austrag: Regelmäßiges Abschlämmen alle 30 Minuten über die Ablasssammler, um die gelösten Beläge sicher aus dem System zu entfernen.
Das Ergebnis:
Eine endoskopische Untersuchung im Oktober 2018 bestätigte den Erfolg – ein Großteil der hartnäckigen Kesselbeläge wurde materialschonend entfernt.
Langfristiger Erfolg durch Systemumstellung
Beeindruckt von der Reinigungswirkung stellte der Betreiber die gesamte Speisewasserkonditionierung auf FINEAMIN um.
Die Vorteile der neuen Wasserbehandlung:
Massive Chemikalien-Ersparnis: Der Einsatz von FINEAMIN 06 reduzierte die benötigte Chemikalienmenge erheblich.
Geringere Absalzung: Die Absalzung konnte um 60% reduziert werden, was direkt Brennstoff und Wasser sparte.
Exzellente Wasserwerte: Die Eisenwerte im Speisewasser sanken auf ≤20 μg/l, im Heißdampf sogar auf <10 µg/l.
Fazit für Anlagenbetreiber
Dieser Praxisbericht der CWB Wasserbehandlung GmbH verdeutlicht: Ein Wechsel von konventioneller Fahrweise (Hydrazin/Ammoniak) auf moderne, filmbildende Amine schützt nicht nur vor Korrosion, sondern reinigt das System sogar im laufenden Betrieb.
Haben Sie mit ähnlichen Belägen oder hohen Eisenwerten zu kämpfen? Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, wie eine Umstellung auf das FINEAMIN-Verfahren Ihre Anlageneffizienz steigern kann.
Häufig gestellte Fragen zur Kesselreinigung und Wasserbehandlung (FAQ)
Wie entstehen Rohrreißer durch Kupferkorrosion?
Bei der Verwendung von Hydrazin und Ammoniak kann es zur Korrosion von Kupferlegierungen im Kondensatsystem kommen. Diese Metallfrachten gelangen in den Kessel und bilden dort Beläge. Im vorliegenden Fall bestanden die Ablagerungen zu 58% aus Kupferoxid. Solche Schichten behindern den Wärmedurchgang, was zur Überhitzung des Materials und schließlich zu Rohrreißern führt.
Was sind die Vorteile einer Kesselreinigung mit dispergierenden und filmbildenden Aminen (FFA)?
Im Gegensatz zu sauren Reinigungen oder dem Beizen von Kesselanlagen ist der Einsatz von Produkten wie FINEAMIN 15 oberflächenaktiv und materialschonend. Die Reinigung kann während eines kurzen Stillstands (z. B. 48 Stunden) erfolgen. Dabei werden bestehende Beläge unterwandert und über die Abschlämmung sicher aus dem System entfernt. Über eine längere Zeit ist auch eine Inbetriebreinigung möglich.
Wie lässt sich die Absalzung bei Dampfkesseln reduzieren?
Durch die Umstellung der Konditionierung auf ein FINEAMIN-Verfahren konnte in der Praxis eine Reduzierung der Absalzung um 60% erreicht werden. Dies liegt an der effizienten Wirkweise der filmbildenden Amine, die eine geringere Gesamtsalzbelastung im Kesselwasser ermöglichen.
Welche Wasserwerte für Eisen und Kupfer sind für Hochdruckkessel (80 bar) erstrebenswert?
Nach der Optimierung erreichte die Anlage folgende Zielwerte:
- Eisen (Fe) im Speisewasser: <20 μg/l.
- Kupfer (Cu) im Speisewasser: <3 μg/l.
- Eisen (Fe) im Heißdampf: <10 µg/l.
- Kupfer (Cu) im Heißdampf: <3 μg/l.

